innogy: Wir denken heute nicht an morgen.

innogy-53550-detailp
Motiv 6 der Herbstkampagne von innogy: „Wir denken heute nicht an morgen. Das haben wir schon vorgestern gemacht.“
http://www.horizont.net/galerien/Die-Kampagnenmotive-von-Scholz–Friends-3309

Die Innogy SE (Eigenschreibweise innogy) ist eine börsennotierte Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE, die zum 1. April 2016 startete. Sie betreibt Verteilnetze, vertreibt Energie und erzeugt Strom aus erneuerbaren Energien.

Die zwei Sätze der Werbung lassen sich in mehreren Weisen lesen. Semantisch möglich ist auch: „Wir haben schon vorgestern nicht an morgen gedacht.“ Vielleicht fragen wir mal nach: Was genau hat innogy schon vorgestern gemacht? Und was macht innogy heute?

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) verweist dazu auf zwei Beiträge aus der Frankfurter Rundschau vom 9.12.2015, die der SFV im Solarbrief 1/2016 auszugsweise veröffentlicht hat.
http://www.sfv.de/solarbr/pdf/Internet_Solarbrief1_164.pdf

——- Auszug aus Solarbrief 1/2016 Seite 5 ———–

** RWE will alle Braunkohletagebaue auskohlen **
RWE-Konzernchef Peter Terium hat im Interview der Frankfurter Rundschau vom 9.12.2015 auf die Frage: „Welche Zukunft hat die Braunkohle?“ wie folgt geantwortet:

„Eine Zukunft, die sich schon jetzt gut mit Klimaschutz vereinbaren lässt. Fünf Kraftwerksblöcke wechseln in den kommenden Jahren in eine Sicherheitsbereitschaft. Damit sparen wir 15 Prozent CO2 bis 2020 ein. In der kommenden Dekade werden dann weitere 300 Megawatt-Blöcke stillgelegt. Und wenn 2030 das Kraftwerk Weisweiler vom Netz geht, weil dann der Tagebau Inden zu Ende ist, haben wir schon 40 bis 50 Prozent CO2 reduziert. Danach senken wir die Stromerzeugung aus Braunkohle abhängig vom Ausbau der Erneuerbaren weiter ab, bis nur noch die modernen Braunkohlekraftwerke am Netz sind. Mitte des Jahrhunderts werden dann die beiden letzten Tagebaue ausgekohlt sein. Dieser Fahrplan passt 1:1 zu den Klimazielen.“

** Wie RWE auf die Divestment-Aktionen reagieren will **
Für RWE wird es finanziell knapp. Immer mehr Unternehmen und Institutionen beschließen, dass sie keine Fossilfirmen durch Kredite, Aktien oder sonstige Papiere finanziell unterstützen wollen. Die Erfolge der Divestment Bewegung werden immer offensichtlicher. RWE Konzernchef Peter Terium plant deshalb, RWE so aufzuspalten, dass … aber lassen wir ihn das selber erläutern:

Terium: „Wir spalten RWE nicht, sondern ordnen den Konzern neu unter einem Dach. (…) Wir schaffen (uns) ein neues Tor zum Kapitalmarkt. Für dieses frische Geld, das wir uns erschließen, mussten erst die geeigneten Investitionsbereiche vorliegen.“

FR: „Sie wollen stärker in erneuerbare Energien investieren. Damit kommen Sie reichlich spät.“

Terium: „Wir wissen jetzt zum Beispiel durch unsere neuen Windparks in Großbritannien, dass wir solche Großprojekte beherrschen. (…) Nun erweitern wir dieses Engagement. (…)“

FR: „Viele Leute bezweifeln, dass man aus einem Konzern in Schräglage zwei gesunde Unternehmen machen kann. Wie soll das geschehen?“

Terium: „Die neue Tochterfirma gibt im Rahmen einer Kapitalerhöhung zehn Prozent ihrer Aktien an den Markt ab. Das ihr daraus zufließende Geld wird sie für Investitionen nutzen. Die RWE AG hätte heute dieses Geld vom Kapitalmarkt nicht bekommen. Da bestand auch die Sorge, dass neues Geld durch politische Entscheidungen pulverisiert wird, oder dort landet, wo es keinen Wertbeitrag mehr generiert. Wir hätten dieses Geld auch nicht zu günstigen Konditionen von den Banken bekommen. Wir sind einschließlich der Rückstellungen immer noch hochverschuldet. Doch künftig hält die RWE AG Aktien an der neuen Tochter, die sie bei Bedarf zu Geld machen kann, so lange sie die Mehrheit behält.“

FR: „In der alten RWE AG bleiben dann aber nur noch Geschäfte ohne große Zukunft: Gas- und Kohlekraftwerke sowie die Atommeiler.“

Terium: „Aber für diese Geschäfte ist die neue Aufstellung ein Befreiungsschlag. Sie müssen nicht länger alleine die Rückstellungen erwirtschaften, die bislang wie ein Klotz am Bein an ihnen hängen. Diese können nun auch mit Aktien der neuen Gesellschaft, die derzeit noch den Projektnamen Newco trägt, bedient werden.“

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 9.12.2015: „RWE-Umbau ist kein Schnellschuss“ unter http://www.fr-online.de/wirtschaft/rwe-chef-terium-rwe-umbau-ist-kein-schnellschuss,1472780,32893124.html

—– Ende des Auszugs aus Solarbrief 1/2016 ——

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s